Big 5 Herzgesundheit: Atherosclerosis disease, narrowing of arteries due to plaque buildup on the artery walls. Treatment of blockage of flow in vessels and regulation of blood pressure. Cholesterol and blood clots.
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Die „Big Five“ der Herzgesundheit

Teil 1: Atherosklerose – Der Weg von glatten Blutgefäßen zu verstopften Adern

Montag, 11.05.2026
Autor: Dr. Bernd Gimbel, KörperManagement® KG
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Wusstest du, dass 5 zentrale Risikofaktoren darüber entscheiden, wie gesund dein Herz altert – und dass du die meisten davon selbst beeinflussen kannst? In seiner neuen 3-teiligen Reihe „Die Big Five der Herzgesundheit“ zeigt dir unser Experte Dr. Bernd Gimbel, wie du Risikofaktoren frühzeitig erkennst und deine Herzgesundheit aktiv schützen kannst.

Im 1. Teil erklärt er dir, wie aus ursprünglich glatten Blutgefäßen nach und nach verengte Arterien entstehen und welche Möglichkeiten du hast, einer koronaren Herzerkrankung rechtzeitig präventiv entgegenzuwirken.

Als Einstieg zu diesem Thema möchte ich Sie kurz darum bitten, spontan zu überlegen, in welchen Körperregionen Sie in den letzten 12 Wochen Schmerzen hatten. Ich vermute, Sie nennen die verschiedenen Abschnitte des Rückens (meist die Klassiker im Lenden- und Halswirbelsäulenbereich), den Kopf, vielleicht noch Schulter, Knie oder Hüfte. Schmerzen können die Lebensqualität erheblich einschränken. Positiv betrachtet dienen sie als Warnsignal, um darauf hinzuweisen, dass in Ihrem Körper etwas nicht korrekt funktioniert. Es liegt dann an Ihnen, darauf zu reagieren oder es so weiter laufen zu lassen.

Die wenigsten von Ihnen werden Schmerzen am Herz-Kreislaufsystem verspürt haben, obwohl schon seit vielen Jahren Herz-Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache in der westlichen Welt sind. Im Anfangsstadium verlaufen sie meist beschwerdefrei und bleiben deshalb unbeachtet. Wenn Beschwerden auftreten, ist schnelles Handeln erforderlich. Oft kommt die Hilfe zu spät.

Diese Zusammenhänge haben mich veranlasst, über die „Big Five“ der Herzgesundheit zu schreiben.
Das Ergebnis ist eine Serie aus drei Blog-Beiträgen:

Im 1. Teil möchte ich Sie über koronare Herzerkrankungen informieren und Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie frühzeitig präventiv darauf reagieren können. Die beiden nächsten Teilen 2 und 3 beschäftigen sich mit Risiko- und Schutzfaktoren, die koronare Herzkrankheiten beeinflussen.

Richtig atmen: Junge Frau bei einer Atemübung vor einem Wasserfall im Wald
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Außerdem stelle ich Ihnen ein medizinisch anerkanntes Rechenmodell vor, mit dem Sie Ihr Risiko daran zu erkranken selbst bestimmen können. Praktikable Tipps dienen zur Information, wie Sie zukünftig besser mit den „Big Five“ der Herzgesundheit umgehen können, um Ihre Lebensqualität bis ins hohe Alter auf möglichst hohem Niveau aufrechtzuhalten.

Die lehrreiche Geschichte eines Freundes

Zum Einstieg möchte ich über eine Begebenheit berichten, die sich zum „Lernen fürs Leben“ eignet. Vor wenigen Wochen waren wir mit einer Freundin verabredet. Sie hatte sich verspätet, was normalerweise nie vorkommt. Total aufgelöst erzählte sie, dass sie gerade aus der Klinik kommt, in die ihr Sohn, sportlich, Anfang 50 und Geschäftsführer eines landwirtschaftlichen Betriebes, eingeliefert werden musste.

Er saß am Schreibtisch als er sich plötzlich unwohl fühlte und seine Frau darum bat, den Notarzt zu rufen. In der Klinik angekommen, entschieden die Ärzte nach entsprechenden Untersuchungen, ihn umgehend zu operieren. Der Grund: Die Arterie, die dem hinteren Teil des Herzens normalerweise Sauerstoff und Nährstoffe liefert, war vollkommen verstopft und die beiden Koronararterien, die den vorderen Teil des Herzmuskels versorgen, waren zu 80 % dicht. Glücklicherweise war er durch seine frühere Fußballkarriere noch in guter körperlicher Verfassung. Ihr hatte er es zu verdanken, dass er noch am Leben ist, wie der Arzt ihm versicherte.

Auf meine Frage, ob sich zuvor keine Anzeichen andeuteten und ob sie irgendwelche Ursachen dafür kenne, deutete unsere Freundin eine familiäre Disposition für hohe Cholesterinwerte an. Ein Klassiker!

Ein Mann in rotem Radtrikot fährt mit seinem Rennrad auf einer Landstraße an Wiesen vorbei
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Wenige Wochen später traf ich ihren Sohn beim Radfahren und erfuhr Details von ihm persönlich. Vor dem Ereignis hatte er beim einmal wöchentlich stattfindenden Fußballtraining der „alten Herren“ häufiger Luftprobleme. Nach mehreren Sprints, deren Anzahl mit der Zeit immer weniger wurden, ging er erschöpft ins Tor oder vom Platz. Allerdings nicht zum Arzt, was ihm beinahe zum Verhängnis wurde.

Seine Cholesterin-Werte waren zwar erhöht, aber das hauptsächliche Problem war eine andere Fett-Eiweißverbindung im Blut, nämlich das Lipoprotein (a) (darauf werde ich später zurückkommen). Dieser erblich bedingte Risikofaktor gilt ab 30 mg/dl als bedenklich für eine koronare Herzerkrankung (KHK). Beim ihm wurde der Wert von 300 mg/dl (!) gemessen. Es lag eine 10-fache Erhöhung vor, die in erheblichem Maß dazu beigetragen hat, dass sich über Jahre die ehemals glattwandigen Gefäße verschlossen haben und damit allmählich die Blutversorgung des Herzmuskels unterbrochen wurde.

Der schleichende Prozess der Verengung von Arterien

In Abhängigkeit Ihrer Lebensweise und Ihrer genetischen Disposition kann sich bei jedem von Ihnen ein solcher Prozess in den Arterien einstellen, der über lange Zeit (oft Jahrzehnte) keine Beachtung findet, weil keinerlei Symptome spürbar sind (asymptomatische Phase). Wenn sich -wie oben beschrieben- Symptome einstellen (symptomatische Phase), dann ist schnelles Handeln gefordert. Es zählt jede Minute!

Die medizinische Fachliteratur beschreibt die KHK als „eine chronische Erkrankung des Herzens, die durch arteriosklerotische Veränderungen der Koronararterien (Herzkranzgefäße) ausgelöst wird.“ Angina pectoris (Brustenge), Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) und Herzrhythmusstörungen sind klinische Erscheinungen einer KHK.

Durch messbare Parameter im Blut, wie beispielsweise Cholesterin, Blutfette (Triglyzeride) oder eben Lipoprotein(a), aber auch durch hohen Blutdruck u.a., kommt es zu Schädigungen an den Innenwänden der Arterien. Sie bestehen aus drei Schichten. Dem Blutfluss zugewandt liegt die Intima, die Mittelschicht bezeichnen wir als die Media und daran anschließend folgt die äußere Adventitia.

Vorsicht vor den Plaques in den Arterien! An der Innenschicht der Arterien können sich unter schädlichen Bedingungen chronische Entzündungen durch Ablagerung fetthaltiger Plaques entwickeln. Mit der Zeit sammeln sich im Zusammenwirken mit dem Immunsystem verschiedene Zelltypen, Gewebe- und Fettbestandteile an der Gefäßinnenwand an. Mit der Zeit verdicken und verhärten sie und es bildet sich eine abschließende, netzförmige Schutzkappe aus Bindegewebe.

Hat diese eine dicke und stabile Struktur (stabile Plaques), besteht die Gefahr, dass sich allmählich der Arterienquerschnitt immer mehr, bis zum vollständigen Verschluss, verengen kann (Stenose). Bildet sich eine dünne Faserkappe mit reichhaltigen Fettablagerungen, Cholesterin-Molekülen und Entzündungszellen aus, können Risse in den Plaques entstehen, Blut in die Gefäßwand einsickern und gerinnen. Lösen sich Teile daraus (instabile Plaques), kann es zu Verstopfungen an den verengten Gefäßstellen (Thrombusbildung) kommen.

Je nachdem, wo sich diese Verstopfungen einstellen, handelt es sich um einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall (Durchblutungsstörungen oder Blutungen im Gehirn) oder um eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) (auch „Schaufensterkrankheit“ genannt), wenn Bein- oder seltener Armarterien davon betroffen sind.

Frühzeitig handeln kann lebensrettend sein

Wer, wie in der Geschichte meines Freundes beschrieben, genetisch vorbelastet ist, sollte deshalb seinen Blutgefäßen -und damit seiner Herzgesundheit- umgehend mehr Aufmerksamkeit schenken.

Tipp

Lassen Sie ab dem 35. Lebensjahr medizinisch überprüfen, ob Ihre Lebensgewohnheiten in Kombination mit Ihrer genetischen Disposition in den Adern Spuren hinterlassen haben.

Die Carotis-Duplex-Sonographie ist beispielsweise eine sichere Untersuchungsmethode, Gefäßveränderungen durch Ablagerungen und Störungen im Blutfluss festzustellen.

Diese Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern (Arteria Carotis) ist vollkommen ohne Risiko, weil nicht-invasiv, d.h. die Mediziner müssen nicht -wie bei einem Herzkatheter- operativ in den Körper eindringen. Die Untersuchung gibt Aufschluss über den Zustand der Halsschlagadern und kann das Atherosklerose Risiko in anderen Teilen des Gefäßsystems -inklusive der Herzkranzgefäße- abschätzen.

Allerdings gibt es keinen Beleg (keine medizinische Evidenz) mit der Prognose einer Erkrankungswahrscheinlichkeit. Das Ergebnis bezieht sich allein auf die untersuchte Person und kann als Vergleich zu späteren Untersuchungen dienen. Deshalb wird sie von gesetzlichen Krankenkassen nur bei Beschwerden der Patienten und Patientinnen sowie bei bestehendem Verdacht auf Gefäßverengungen vorgenommen. Ansonsten kann sie als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) auf eigene Kosten (ca. 100 €) in Anspruch genommen werden.

Fazit

  1. Häufig bekannte Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol, Stress, Bewegungsmangel, fett- und zuckerhaltige Ernährung führen zu krankhaften Veränderungen der Arterien. Durch Veränderung Ihrer Gewohnheiten, können Sie egal ob genetisch vorbelastet oder nicht- frühzeitig dazu beitragen, diesem Prozess entgegenzutreten.
  2. Wenn Sie genetisch vorbelastet sind, dann kontaktieren Sie rechtzeitig einen Arzt und entwickeln Sie gemeinsam eine Strategie, wie Sie Ihr Risiko einer KHK verringern können.
  3. Krankhafte Veränderungen in Ihren Adern können Jahrzehnte ohne Symptome und damit unerkannt bleiben. Wenn sich Anzeichen dafür andeuten, handeln Sie sofort.

In den beiden nächsten Beiträgen erfahren Sie, welche fünf Faktoren Ihr KHK-Risiko massiv erhöhen und mit welchem persönlichen Risiko einer KHK Sie statistisch belastet sind. Außerdem informiere ich Sie über den Schutzfaktor Bewegung, der präventiv eine größere Wirkung erzielen kann als jedes Medikament.

Bis dahin, gehen Sie bis zum Erscheinen des nächsten Artikels besonders achtsam mit Ihrem Herz-Kreislaufsystem um und bleiben Sie (herz)gesund.

Ihr Dr. Bernd Gimbel

KörperManagement®

Bernd Gimbel © privat
Dr. Bernd Gimbel ist Gesellschafter der KörperManagement® KG. Er war als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundesausschusses für Leistungssport beim Deutschen Olympischen Sportbund tätig. Derzeit lehrt er als Dozent an der Deutschen Fitnesslehrer Akademie und der Berufsakademie für Sport und Gesundheit in Baunatal. Zudem ist Dr. Gimbel Autor mehrerer Bücher über Körpermanagement.
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