Dad Bod oder zu viel: Ein Maßband liegt um die Finger gewickelt in der Hand

Der „Dad Bod“ oder: Ist ein kleiner Bauch wieder hip?

Mittwoch, 8.08.2018
Autor: Maik, Vertriebsleiter Canada Life
© Foto: Jennifer Burk, Unsplash

Im Laufe der Jahrzehnte kommen immer wieder neue Schönheitsideale auf. Bereits die Griechen hatten gewisse Vorstellungen von einem harmonischen und wohlgeformten Körper. Die Schönheitsideale schwankten seitdem häufig zwischen ganz dünn mit Wespentaille bis hin zum barocken, fülligeren Körper. Seit einiger Zeit ist aber ein neuer Trend erkennbar, der in sozialen Medien gerne mit dem Hashtag #dadbod versehen wird.

Der Dad Bod ist die Kurzform für Dad Body, also Waschbär statt Waschbrett. Gemeint sind damit Männer, die statt beim Sport zu schwitzen, lieber mal mit Freunden oder der Familie zum Griechen gehen, weil ihnen Genuss wichtiger ist als ein trainierter Körper. Männer mit Dad Bod sind nicht besonders dick oder übergewichtig – sie haben einfach etwas mehr auf den Rippen.

Dieser Trend kommt natürlich dem ein oder anderen sehr gelegen und wird gerne als Freifahrtschein zum zwanglosen Genuss angesehen.

Ist der „Dad Bod“ also ok? Hat denn nicht selbst der stets zufrieden lächelnde Buddha nicht auch einen Bauch? Ja …, solange man sich wohlfühlt und bestimmte Grenzen nicht überschritten werden, ist dies kein Problem.

Wenn es aber zu viel wird, haben  die Pölsterchen am Bauch durchaus auch gravierende negative Effekte auf die Gesundheit – Fett ist schließlich Fett und egal wo: nicht so toll.

Allerdings muss man nochmal unterscheiden, ob man aus Veranlagung kräftiger gebaut ist, oder einen „Genuss-Bauch“ hat. Denn dieser sorgt für Unbeweglichkeit und kann auch  krank machen.

Was sind die gesundheitlichen Folgen?

Bauchfett ist nicht gleich Bauchfett. Man muss unterscheiden zwischen innerem und äußerem Bauchfett. Das äußere lässt sich gut mit den Fingern greifen. Das ist das Unterhaut-Fettgewebe und bezeichnet die berühmten Speckröllchen. Das gefährlichere ist das innere Bauchfett auch „viszerales Fett“ genannt, weil es sich zunächst überhaupt nicht bemerkbar macht.

Viszerales Fett,  das sogenannte Speicherfett,  umkleidet und schützt die inneren Organe wie Bauchspeicheldrüse, Leber oder Darm

Im Übermaß kann viszerales Fett Probleme machen. Es vergrößert den Bauchumfang und produziert über 20 verschiedene Hormone und Botenstoffe. Diese können Entzündungen, hormonabhängige Krebsarten (Brustkrebs, Prostatakrebs) und Diabetes fördern. Zudem belasten sie den Körper permanent. In der Folge steigen Blutdruck und Cholesterinspiegel. Und damit steigt auch die Gefahr einer schleichenden Arteriosklerose mit dem Ergebnis eines plötzlichen Herzinfarktes oder Schlaganfalls.

Wann ist der Dad Bod zu viel?

Ob der Anteil an Bauchfett zu hoch ist oder nicht, kann jeder selbst messen, indem er ein Maßband an der Taille anlegt, zwischen Rippen und Beckenknochen. Liegt der Bauchumfang beim Mann unter 94 cm und bei der Frau unter 80 cm, ist alles im gesunden Bereich. Kritisch wird es, wenn der Taillenumfang beim Mann über 102 und bei der Frau über 88 cm liegt. Ein noch aussagekräftigerer Indikator ist die  WHtR (Waist-to-Height Ratio), also Taille-zu-Größe Verhältnis. Dabei wird der Taillenumfang durch die Körpergröße dividiert. Ein Wert über 0,5 ist dabei schon als kritisch zu betrachten. Es heißt ganz dringend Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Wie wird man den „Dad Bod“ los?

Zu innerem Bauchfett neigen vor allem Männer im Alter bis zu 50 Jahren. Dies hat diverse Gründe: Zu der üppigen Ernährung in Kombination mit regelmäßigem Alkoholkonsum kommen häufig beruflicher Stress, Schlaf- und Bewegungsmangel, ein altersbedingtes Absinken des Testosteronspiegels und ein verlangsamter Stoffwechsel.Wer abnehmen und damit auch sein Bauchfett reduzieren möchte, sollte deshalb eine Zeit lang keinen Alkohol trinken und auf üppige Mahlzeiten verzichten. Günstig ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit vielen Vital- und Mineralstoffen und weniger Zucker und Weißmehl. Oder Du probierst intermittierendes Fasten mal aus.

Viszerales Bauchfett mag keinen Sport

Doch es braucht mehr als gesunde Ernährung: Ebenso wichtig ist Bewegung.

Denn analog zu einem Motor mit viel Hubraum verbraucht ein Körper mit vielen Muskeln auch mehr Energie. Zu den wichtigsten Grundübungen zählen etwa Kniebeugen für die Beine oder Bankdrücken für den gesamten Oberkörper. Diese großen Muskeln verbrauchen deutlich mehr Energie  – und das sogar in den Ruhephasen.

Körperliche Aktivität bzw. Krafttraining ist der schnellste Weg, Bauchfett zum Schmelzen zu bringen.

Im Idealfall wird man bei den Übungen von einem Trainer angeleitet. Um die Ausdauer zu verbessern, kommen Sportarten wie Walken, Laufen, Radfahren oder Schwimmen infrage. Das Training sollte mindestens dreimal in der Woche stattfinden, für jeweils rund 45 Minuten. Ein zielgerichtetes Krafttraining ist ebenso wichtig, um dem Körper zu signalisieren, dass er möglichst nur das überflüssige, viszerale Fett loswerden muss und die Muskeln noch gebraucht werden.