
Healthy Longevity–Hype oder Hope?
Freitag, 18.09.2026
© Foto: Davide Angelini, Adobe Stock
Wir werden immer älter, doch gesunde Lebensjahre sind nicht selbstverständlich. „Healthy Longevity“ – die gesunde Langlebigkeit – rückt deshalb immer stärker in den Fokus von Forschung und Medizin. Im zweiten von zwei Teilen beleuchtet Prof. Dr. Nixdorff, was hinter dem Trend zur Healthy Longevity steckt, welche Ansätze wissenschaftlich überzeugen und wie sich gesunde Lebensjahre alltagstauglich und kosteneffizient erreichen lassen.
Es ist seit Längerem klar erkannt, von Politik und Wirtschaft: Der demographische Wandel treibt unsere Sozialsysteme in den nächsten Jahren in den Kollaps, wenn nicht gegenreguliert wird. Schon seit ca. 2 Jahrzehnten wird der Paradigmenwechsel aus der ausschließlich kurativen Medizin (sick care) hin zur präventiven (health care) adressiert, nur zaghaft finden entsprechende Umsetzungen statt. Auch nur verhalten wird erkannt, dass sich das Krankheitsspektrum fundamental verändert hat. Bis vor ca. 150 Jahren sind Menschen an sogenannten communicable diseases (Infektionskrankheiten) gestorben, was sie im Mittel lediglich ein Lebensalter von ca. 45 Jahren erreichen ließ. Durch erhebliche zivilisatorische Optimierungen der hygienischen Standards als auch medizinischer Diagnostik und Therapie seit Ende des 19. Jahrhunderts werden – bis auf das unerwartete, tragische Intermezzo der Corona-Pandemie, die aber epidemiologisch keinen Vergleich gegenüber den grundsätzlichen Veränderungen darstellt – nicht mehr Ansteckungskrankheiten die Ursache von Tod, sondern aufgrund der Erreichung weitaus höherer Lebenserwartungen non-communicable diseases.
Der lifespan, i.e. die Lebenserwartung, hat sich seither verdoppelt; ERST jetzt kommen wir in die „Gelegenheit“ altersassoziierter, i.e. erschöpfender Körper- und Geistfunktionen. Im Wesentlichen sind dies chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen auf dem Boden der Atherosklerose (Gefäßwandveränderungen); Krebserkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen. Der healthspan (Gesundheitsspanne) ist nunmehr nicht mehr identisch mit dem genannten lifespan. I.d.R. sind wir in den letzten 10 – 15 Jahren unseres Lebens chronisch krank bis hin zu Pflegebedürftigkeit. In der bereits seit ca. 25 Jahren bestehend Anti-Aging-Bewegung wird schon länger Alterung als Krankheit identifiziert.
Gesund älter werden: Warum Healthy Longevity wichtiger denn je ist
Es gab – wer´s denn ohne Infekt geschafft hatte – immer schon sehr alte Menschen. Frau Jeanne Calment, der bekannte älteste Mensch, der bislang gelebt hatte, wurde 122 Jahre alt. Die sogenannten 5 Blue Zones, die sich rund um die Welt verteilen:
- Loma Linda, Kalifornien/USA (Adventisten-Gemeinschaft)
- Nicoya, Costa Rica
- Ogliastra, Sardinien/Italien
- Ikaria, Griechenland
- Okinawa, Japan
… weisen viele Centenarians auf, i.e. > 100-Jährige. Nur langsam erkennt man Lebensstilaspekte, die diese gesunde Langlebigkeit zu fördern scheinen, wie Dan Buettner in seinem Buch „Lessons for Living Longer From the People Who´ve Lived the Longest“ beschreibt.
Es scheinen diese zu sein:
- Pflanzenorientierte Ernährung (viel Gemüse, Hülsenfrüchte, wenig Fleisch)
- Nur moderate Kalorienkonsumption (nur bis 80% satt essen)
- Reduzierter Tabak- und Alkoholkonsumption
- Regelmäßiger körperliche Aktivität (Alltag, nicht spezifische Sportprogramme)
- Stabile soziale Beziehungen (inkl. Gemeinschaftsgefühl)
- Sinn des Lebens / Stressvermeidung (z.B. Mittagsschlaf; Meditatino; Beten)
Schon vor 20 Jahren wurden zudem Konzepte des sogenannten Transhumanismus geboren, i.e. Technologien zur Erweiterung menschlicher Grenzen, dies intellektuell, physisch als auch psychisch (Cyborgisierung). Julian Huxley war in den 50er Jahren der erste Vertreter.
Was die Forschung über ein langes und gesundes Leben weiß
Neuere wissenschaftliche Erkenntnisprozesse der Alterungsforschung sind beachtlich, sodass seit wenigen Jahren von eine Healthy Longevity-Medizin gesprochen wird. Es sind fundamental neuere Erkenntnisse aus dem zellulären, molekularen und genetischen Bereich, die sich nicht aus der üblichen, symptomatisch fokussierten Krankheitslehre (Pathogenese) herleiten, sondern auf Prozesse im Noch-Nicht-Kranken (Salutogenese). Neben berühmt gewordenen Wissenschaftlicher wir Prof. Dr. David A. Sinclair, Harvard University, oder Dr. Peter Attia, Stanford University, wurden in einer bahnbrechenden Übersichtsarbeit auf dem Boden von 300.000 wissenschaftlich Publikationen die sogenannten 12 „Hallmarks of Aging“ apostrophiert (López-Otin C, et al. Cell 2023; 186:243-78).

Es werden Aspekte der:
- Genomik (Geninformation)
- Telomeren (Struktur mit Inhalt der Gene mit Verlust der Genablesung mit deren Verkürzung)
- Epigenetik (Lebensstil-vermittelte genetische Steuerung der Genablesung)
- Verlust an Proteostasen (Proteinstrukturverlust mit Folge neurodegenerativer Erkrankungen
- Autophagie (programmierter Zelltod)
- Mitochondrien (Energieproduzierende Organellen innerhalb der Zellen)
- Seneszenz (altersbedingter Funktionsverlust der Zellfunktion)
- Stammzellen (noch differenzierbare Grundzellen mit Bedeutung für Reparaturvorgänge)
- Interzellulärer Kommunikation (hormonelle, vegetative Abstimmung von Zellen zur übergeordneten Funktion)
- Inflammation (Entzündung)
- Dysbiose (Mikrobiom) (Störung der günstigen Bakterienflora insbesondere des Darms)
… ausgeführt.
Hightech, Medikamente und Biohacking: Fortschritt mit Grenzen
Nunmehr hat sich daraus in präventivmedizinischer Absicht das Konzept von Healthy Longevity, i.e. gesunder Langlebigkeit, entwickelt. Denn es werden auf dem Boden der o.g. zellulären, molekularen und genetischen Aspekte neue Verfahren vorgestellt, die tatsächlich nicht nur den lifespan weiter erhöhen, sondern vor allen Dingen den healthspan erweitern sollen. Evidenzen liegen vorwiegend zu den Lebensstilsäulen Bewegung, Ernährung und Entspannung vor, weiterhin Medikamente, die oftmals zwar aus kurativen Bereichen stammen, aber durch zusätzliche pharmakologische Erkenntnisse von Langlebigkeitseffekten in ihrer Bedeutung extrapoliert werden (sogenannte repurposed drugs wie etwa die GIP/GLP1-Agonisten („Abnehmspritze“) oder sGLT2-Inhibitoren, die initial als Antidiabetika bekannt wurden; auch Metformin befindet sich derzeit als mögliches Senolytikum in einer großen Studie, i.e. TAMI Trial = targeting aging by Metformin; auch an Rapamycin / mTOR-Inhibitoren, Dasatinib und Querctein wird klinisch geforscht).
Erste Supplementierungen weisen eine gewisse wissenschaftliche Evidenz auf, insbesondere Vitamin D als auch Omega-3-Fettsäuren; während viele andere bislang nur in tierexperimentellen Studien Evidenz zeigten (wie z.B. sogenannte NAD+-Boosters wie NMN (Nicotinamidmononukleotid) oder NR (Nicotinamid-Ribosid). Wichtig erscheint das profunde Vorgehen im Sinne von „Messen – Machen – Messen“ (Vitamin D-Serumspiegel; Omega-3-Index). Wesentliche Probleme bestehen noch seitens der Bioverfügbarkeit (kommen Supplementierungen an, wo sie ankommen sollen?).
Spezielle Longevity-Anwendungen gibt es derzeit 3, die zur Regeneration von zellulären Körperfunktionen intensiv diskutiert als auch angewendet werden, wenn auch deren wissenschaftliche Bestätigung noch aussteht:
- Kryotherapie (extreme Kälteanwendungen vom natürlichen Eisbaden bis hin zu max. -190°C Kältekammern)
- IHHT (intermittierendes Hypoxie – Hyperoxie-Training; i.e. abwechselnde Applikationen von gering und viel Sauerstoff-gesättigter Luft über eine Mundmaske)
- Infrarot Lichttherapie (Rotlicht-Bestrahlung)
Weiterhin existieren aus der tierexperimentellen Forschung interventionelle Longevity-Maßnahmen, die ihren Weg zum homo sapiens suchen:
- Parabiose (Bluttransfer von jungen auf ältere Individuen)
- Mitchondrien-Transplantation (Transfer der Energie-produzierenden Organellen in Zellen)
- Reprogrammierte Stammzellen (Möglichkeit der Zurückprogrammierung von Zellen in den Stammzellstatus, der sich bei Applikation in jegliche Zelltypen im Sinne der Rejunivierung (Verjüngung) modifizieren kann); in Zukunft auch CRISPR/Cas9 = Gen-Editing)
Auch die Möglichkeit der mittlerweile preisgünstiger gewordenen Genanalysen von der epigenetischen Uhr bis hin zum Whole Genome Sequencing (WGS) sind dazu angetan, eine umfassende Information von altersbedingten / lebensverkürzenden Dispositionen zu erhalten, um in personalisierte Weise gezielt darauf einzugehen.
Mit digitalen Gesundheitstools wie Wearables, Health Apps und Telemedizin (z.B. AppleWatch; Fitbit; Oura-Ring) können aktuell viele biologischen Funktionsparameter monitorisiert werden: Z.N. Puls und Herzrhythmus, körperliche Aktivität; Sauerstoffsättigung, Herzratenvariabilität (eine Kenngröße des Vegetativums / Stresslevels); Schlaffunktion oder kontinuierliche Blutzuckermessungen (continuous glucose monitoring (CGM)). Diese Kenngrößen tragen zur Früherkennung und Eigenverantwortung bei und können bei Kenntnis durchgehend interveniert werden. Hierzu spielt und wird noch viel mehr künstliche Intelligenz (KI) eine Rolle spielen.
Biohacker haben sich in der Healthy Longevity-Szene etabliert, die mit äußerster Konsequenz diese Methoden meist tagtäglich praktizieren. Prominent ist der Milliardär Bryan Johnson, der für diese Longevity-Maßnahmen mit > 100 Supplementierungen/Tag 2 Mill. US-Dollar/Jahr investiert. Oft kommt diese mechanistisch-disziplinarische, durchgehend kontrollierte Lebensweise einer Selbstkasteiung gleich, die als ent-emotionalisiert daherkommt. Allzu sehr dominiert ein Egoismus / Hedonismus ohne Sozialbezug. Lebensglück scheint im Leben zum Selbstzweck für denjenigen als auch seine Umwelt oft nur noch schwer feststellbar.
Weiterhin eröffnen seit wenigen Jahren immer wieder internationale Healthy Longevity-Kliniken wie Longevity Center, Warschau/Polen, oder Sheba Longevity Center, Tel Aviv/Israel. Aber auch wissenschaftliche Zentren arbeiten in den letzten Jahren auf Hochtouren der Healthy Longevity-Forschung:
- National University of Singapore – Centre for Healthy Longevity (CHL)
- Buck Institute for Research on Aging (Kalifornien, USA)
- US National Institute on Aging (NIA, Teil der NIH)
- Altos Labs (USA und Großbritannien)
- Longevity Institute – University of Southern California (USC)
Eine Milliarden-schwere, private High-Tech-Initiative ist die Hevolution Foundation (Saudi-Arabien), die den Zugang zu gesunder Langlebigkeit für alle (healthspan equity) anstrebt.
Große Investitionssummen gehen zudem in Start-Ups der Longevity-Forschung und -Produkte, insbesondere im Silicon Valley; z.T. in Höhe von 2 – 3 Milliarden US-Dollar (Alto Labs; als auch die Global Player wie Microsoft, Amazon; Meta …). Aber: Take it simple, denn die Evidenzen liegen i.G. zu vielen der genannten hochinnovativen Möglichkeiten am allerhöchsten auf denen des Lebensstils!
Der Lebensstil bleibt der wirksamste Longevity-Faktor
Nach Studien aus der UK Biobank bestimmt der Lebensstil 70 – 80% der Lebenserwartung! Nota bene ist die genetische Disposition nicht Schicksal, auch wird diese erheblich epigenetisch reguliert, was wiederum Lebensstil-abhängig ist. Der wissenschaftlich belegte prognostische Effekt auf lifespan & healthspan ist daher immer noch am größten in der Lebensstilweise. Und das ist für weiten Bevölkerungskreise zuträglich: Es ist nicht teuer, sogar – wenn man´s recht kalkuliert – kosteneffektiv, i.e. sogar kostensparend im Vergleich zu den bisher oft weniger gesundheitsorientiere Lebensstilweisen.
Der Lebensstil ist in 3 Lebensstilsäulen aufzuteilen; in einfachen deutschen Begriffen:
- Bewegung
- Ernährung
- Entspannung
Ein weiterer Aspekt sind noch die Süchte, insbesondere Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum, weiterhin Drogen.
Bewegung, Ernährung und Entspannung: gesund leben und Kosten sparen
Belegte prognostische Effekte der Bewegung bestehen auch ½ Stunde Ausdauertraining /Tag, wozu bereits strammes Gehen zählt. Kostenpunkt: Null EUR, i.d.R. rechnet jeder Mensch eine gewisse Sportbekleidung inkl. Sportschuhen zu seinem vorliegenden Bestand. Weiterhin wird prognostisch ein Krafttraining an ca. 2 – 3 Tagen/Woche genannt, zu dem entweder die Anmeldung in einem Fitnessstudio (25 – 75 EUR/Monat, je nach Ausstattung) oder die genannte Sportbekleidung i.R. von work-outs, etwas unter Anleitung von Youtubes oder Apps (viele kostenfrei), nutzbar ist, i.e. Kosten Null EUR. Weiterhin sind simple Übungen der Koordination / Gleichgewicht (z.B. Einfüsslerstand) zu nennen; Kostenpunkt: Null EUR. Im Übrigen sind allgemeine Verhaltensmaßnahmen zudem zeiteffektiv: Stehen statt Sitzen („das neue Rauchen“); im Raum beim Telefonieren hin und her gehen; Aufzüge stehen lassen; anstatt mit dem Auto mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren etc.
Zur Ernährung ist die oftmals hyperkalorische als auch zu kohlenhydratehaltige zu erwähnen, die Adipositas und Übergewicht mit erhöhtem Bauchfett induziert. Es ist in zahlreichen experimentellen Arbeiten der Healthy Longevity-Forschung belegt, dass Fasten in verschiedenen Formen (intermittierende Fasten; caloric restriction (CR) über mehrere Tage; Heilfasten, etc.) prognosewirksam ist, da die o.g. Autophagie gefördert wird. Einfachen Tieren wurde der lifespan verdoppelt bis verdreifacht; was beim Menschen sicher weniger, aber doch möglich sein wird. Ansonsten bleibt die grundsätzliche Empfehlung der mediterranen Ernährung. Kostenpunkt hier: Nicht Null, sondern Einsparung von EUR, da weniger Nahrungsmittel verzehrt werden, i.e. weniger eingekauft werden müssen.
Entspannung ist mit vielen psychosozialen Hygienemaßnahmen im professionellen und privaten Bereich zu erzielen: Bewusste Stressminimierungen (Resilienz) durch einfache Reglements im Zwischenmenschlichen, Zeitmanagement, Pausenkultur, Schlafhygiene (nicht-fragmentierter Schlaf mit 7 – 8 Stunden Dauer). Entspannungstechniken wie das Achtsamkeitstraining ist ebenfalls durch Youtubes und Apps (meist kostenfrei) zu erlernen. Kostenpunkt hier: Null EUR.
Zu den Süchten dominiert in prognostischer Hinsicht das inhalative Nikotinabusus (Zigarettenrauchen). So schwer es behavoristisch fallen kann: Die Lektüre von „Endlich Nichtraucher“ (Allen Carr) oder die o.g. Achtsamkeit lassen das Rauchen einstellen. Kostenpunkt: Einsparung von EUR (bei typischerweise 20 Zigaretten/Tag = 9 EUR, i.e. im Monat 180 EUR / im Jahr 2.160 EUR). Dies gilt selbstverständlich auch für Alkohol, dessen Verzicht den Geldbeutel schont.
Das zivilisationsgeschichtliche Paradox der Pandemie Adipositas, die derzeit die höchste Ursache von chronischen Krankheiten – und zwar aller – ist, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit eher der finanziell Ärmere dazu neigt. Bis vor 2 – 3 Generationen war es genau umgekehrt: Der Ärmere litt durch geringeren Zugang zu Nahrungsmitteln an Hunger, im Extremfall zu Notzeiten an Kachexie; nicht an Übergewicht.
Ein Alltag für mehr gesunde Lebensjahre
Wie sähe demnach ein exemplarischer gesunder Langlebigkeitstag aus, der sich ohne Kosten respektive Kosteneinsparungen realisieren ließe?
Mit frühem Aufstehen gegen 5 – 6:00 Uhr geht es direkt aus dem Bett in die Sportklamotten und so – wenn´s das Wetter zulässt: Outdoor immer Besser als Indoor – zum Joggen direkt in der Umgebung der Wohnung, dies ca. ½ Stunde (Ausdauer); gefolgt von ½ Stunde work-outs (Kraft). Nach Wechselduschen mit eiskaltem Wasser (Kryotherapie) gibt es Müsli mit Obst und Joghurt, ggf. Roggenbrot, mit viel Wasser und etwas Kaffee. Mit dem Fahrrad wird der Weg zur Arbeit angetreten, die Büroetage nicht über den Aufzug, sondern über die Treppen erreicht. Die Begrüßung der Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter wird freudestrahlend und gut gelaunt (selbst wenn man sich mal nicht so gut fühlt) vorgenommen, nach ein paar persönlichen Worten die Arbeit konzentriert und erfolgsträchtig vorgenommen. Wechselnd wird am Stehtisch während der Arbeit gestanden. Telefonieren heißt immer Aufstehen und im Raum hin und her gehen. Mittagspause mit Spaziergang draußen, Salat oder Gemüse zur Verzehrung, oder auch einmal intermittierende Fasten mit Verzicht. Kein Verzicht besteht bei Wasser aus dem Mittelgebirge, in summa über den Tag ca. 3 Liter. Stündliche Pausen. Heimweg erfolgt wieder mit dem Rad; Familienzusammentreffen mit Austausch des Erlebten, mit Interesse von allen auch aufmerksam angehört und diskutiert beim leichten Abendessen mit Fisch und Salat, dazu ein Glas Wein und erneut mehr Wasser. Ggf. – nicht jeden Abend – erfolgt das Treffen von guten Freunden um die Ecke oder i.R. eines Kulturevents. Die Lektüre eines weiterbildenden Buches oder Betrachtens eines gehaltvollen Filmes wird 1 – 2 Stunden vor dem Schlafengehen beendet, Zimmer abgedunkelt und nicht überhitzt. Eine Entspannungsübung wie Achtsamkeit oder Yoga gehen gleitende in die Nachtruhe über.
Nach dem Berufsleben sind Zeiten der Rente oder Pension kein Ende, sondern sind Fortsetzung sinnvollen und langen als auch möglichst gesunden Lebens (lebenslanges Lernen). Idealerweise wird der berufliche Kontext weitergeführt, z.B. als Berater oder Nachhilfelehrer. Regelmäßigkeit des Tagesablaufes wird eingehalten. Soziale Integrität im Familiären und Gesellschaftlichen ist conditio sine qua non. Sinnhaftigkeit (purpose) wird reflektiert, wem´s möglich ist in Glauben und Spiritualität (Kohärenz). Auf die Unterkunft im Altersheim mit Warten auf Abendessen oder den Tod wird verzichtet.
Ihr
Prof. Dr. med. U. Nixdorff, F.E.S.C.
Internist, Kardiologe, Sportmediziner
CEO European Prevention Center

Professor Dr. med. Uwe Nixdorff ist Experte für Herzerkrankungen. Der Facharzt für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie und Sportmedizin ist ärztlicher Geschäftsführer und Gründer des European Prevention Centers (hier geht’s zur Website) sowie ärztlicher Geschäftsführer von Hanako Health (hier geht’s zur Website).
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